EDMOND NRW: Medien für Lehrer und Schüler

Mit freundlicher Genehmigung von Jürgen Luga, L. A. Multimedia, Georg Weber und Angela Schöppner-Höper

Neues Design, neue Funktionalitäten

EDMOND steht seit mehr als zehn Jahren für die Elektronische Distribution von Medien ON Demand in NRW. EDMOND NRW bietet kostenlos Medien für den Unterricht – für alle Fächer von der Primarstufe bis zur gymnasialen Oberstufe. Die Angebote orientieren sich an den Lehrplänen der Schulen in NRW. Bislang war die Nutzung von EDMOND NRW ausschließlich Lehrkräften vorbehalten. Nun können auch Schüler auf die Medien direkt zugreifen.

Über EDMOND NRW erfolgt die digitale Mediendistribution für ganz NRW. Getragen wird die Plattform von den Landschaftsverbänden Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) in einer Gemeinschaft mit allen 53 Kreisen und kreisfreien Städten, sprich den dortigen Medienzentren.„Was über EDMOND angeboten wird, sind vor allem audiovisuelle Medien. Diese können direkt über das Web betrachtet oder heruntergeladen werden. Nach wie vor kaufen die Medienzentren die Medien ein und orientieren sich dabei an den Kernlehrplänen. Die Medienbestände sind NRW-weit unterschiedlich. Im Schnitt stehen aktuell ca. 6.000 Medien für den Unterricht zur Verfügung – Tendenz steigend“, sagt Angela Schöppner-Höper vom LWL. Sie ist seit Anbeginn dabei und beschreibt die Philosophie von EDMOND NRW so: „EDMOND ist ja von seiner Entstehungsgeschichte her so angelegt, dass alle Medien in gleicher Art und Weise genutzt werden können, was den Umgang mit den Medien im Unterricht vereinfacht und Rechtssicherheit gewährleistet.“

Jetzt auch online Zugänge für Schüler
Bislang hatten ausschließlich Lehrkräfte einen Zugang für die Nutzung von EDMOND NRW. Den Schülern konnten die Medien nur in Form von Präsen-tationen oder zwecks Bearbeitung als Datei von ihren Lehrern zugänglich gemacht werden. Seit dem jüngsten Relaunch im Frühsommer dieses Jahres können auch Schüler direkt online auf Medien zugreifen. Das Besondere daran ist, dass dafür keine personenbezogenen Daten der Schüler erhoben werden müssen. Die Lernenden benötigen für den Zugang eine von der Schule oder der Lehrkraft generierte individuelle EDU-ID. Dieser Schlüssel besteht aus einer zwölfstelligen Zeichenkette und ist maximal bis zum Ende des laufenden Schuljahres gültig. Melden sich Schüler mit ihrer EDU-ID an, können sie über Medienlisten, die die Lehrkräfte erstellt und für ihre Schüler freigegeben haben, auf Medien zugreifen. Da unter Schülern Smartphones weit verbreitet sind, wurde die aktuelle Version von EDMOND NRW in einem responsiven Webdesign gestaltet und präsentiert sich somit optimal und bedienungsfreundlich auf jedem Endgerät. Mit dieser neuen Form der direkten Weitergabe baut EDMOND NRW das Spektrum einer handlungsorientierten Mediennutzung weiter aus. Schüler können Unterrichtsinhalte mithilfe audiovisueller Medien eigenständig und in einem individuellen Lerntempo erarbeiten, sie medial aufbereiten und anschließend präsentieren. Der Einsatz von EDMOND-Medien schafft eine hohe Motivation bei Schülern, fördert kooperative Lernformen und eröffnet Freiräume für individuelle Förderung.

Einsatz von EDU-IDs in der Praxis
Georg Weber: „Der Lehrkraft eröffnen sich mit dem Schülerzugang neue Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung. Nehmen wir mal das Beispiel des Erdkunde-Leistungskurslehrers, der das Thema ‚Mega-Cities‘ behandelt: Dazu gibt es eine Auswahl an passenden Medien. Er kann jetzt seinem Kurs eine Medienliste zum Thema anlegen und diese freischalten. Falls vorhanden, können bereits im Medienpaket enthaltene Aufgaben gestellt oder eigene Aufgaben zum Thema gestellt werden. Schüler können aber auch einfach zu einem späteren Zeitpunkt, zum Beispiel während der Vorbereitung auf eine Klausur, Lerninhalte so bei Bedarf individuell erneut betrachten. Wenn Schüler sich heute auf ihren eigenen mobilen Geräten jederzeit gute Unterrichtsmedien anschauen können, dann entsteht so eine weitere Möglichkeit, Medien aus dem Pool von EDMOND NRW für selbstgesteuertes Lernen einzusetzen.“ Und Angela Schöppner-Höper ergänzt: „Ein Schüler, der sich einen Film als Teil der Hausaufgabe zu Hause anschauen kann oder im Rahmen einer Gruppenarbeit, hat einen anderen Bezug zur Thematik. Außerdem hat er nicht nur Zugang zum Medium, sondern er kann auf Begleitmaterialien zugreifen, sofern sie denn auch für Schüler freigegeben werden, beispielsweise auf Hintergrundinformationen, Arbeitsblätter usw.“ Auch der Differenzierung trägt EDMOND NRW Rechnung. In der Regel sind Filme vom Anbieter in sinnhafte Bildsequenzen unterteilt und gegliedert.

Wie wird das Angebot angenommen?
Die Nutzung von EDMOND NRW erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit. „Auch wenn sich der Medieneinsatz in Schule im Gegensatz zur privaten Nutzung viel langsamer entwickelt, so verzeichnen wir stetig steigende Nutzer- und Nutzungszahlen in NRW“, so Georg Weber. Erfahrungsgemäß führen mehrere Faktoren zum erfolgreichen Einsatz von EDMOND NRW: Entscheidend ist ein sicherer Umgang mit dem System EDMOND, eine den Lernszenarien entsprechende Infrastruktur beispielsweise Laptop und Beamer – und methodisch-didaktische Kenntnisse für den Einsatz im Unterricht. Die Medienzentren und Medienberater unterstützen hier mit ihren Schulungsangeboten.

Der Autor, Jürgen Luga, ist Bildungsredakteur mit den Schwerpunkten „Lernen mit digitalen Medien“ und „Inklusion“.
Der Artikel ist erschienen in L. A. Multimedia, Heft 03-2016.

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